Warum in Gesichtern lesen ?

Jeder kennt es.

Man begegnet Menschen und ohne zu wissen warum, stuft man sie direkt als sympathisch, bedrohlich, lustig oder autoritär ein.

Zum einen liegt das natürlich an der Optik ihrer Kleidung, Frisur  etc.

Zum anderen ist es aber das, was sie ausstrahlen. Ihre Mimik, ihre Körpersprache, ihre Blicke und ihr Lächeln. Unser Gehirn verarbeitet sämtliche Informationen in großer Geschwindigkeit, damit wir einschätzen können, mit was für einem Menschen wir es aktuell zu tun haben.

Da wir aber ständig von Reizen und Informationen überflutet werden, fallen viele Dinge durchs Raster. Weil wir keine Zeit haben darauf zu achten oder auch gar nicht genau wissen worauf man achten kann.

 

Spätestens seid der Serie "Lie to me", welche auf der wissenschaftlichen Arbeit von Paul Ekman (15.2.1934, Washington D.C) basiert, hat man eine leise Ahnung über die Bedeutung unserer Mimik und Körpersprache.

Doch bereits im 20. Jahrhundert forschte Carl Huter (1861-1912) intensiv im Bereich der Physiognomik.

Heute existiert weit mehr Fachliteratur (u.a. vonWilma Castrian geb.28.11.1932), welche einen tieferen Einblick in das Wissen der Psycho-und Pathophysiognomik ermöglicht.

Doch wozu ?

Fast jeder hat schon gezielt den Versuch unternommen zu analysieren.

 

Das beste Beispiel ist hier das Bewerbungsgespräch.

Der Bewerber analysiert seinen Gesprächspartner um seine Chancen auf Erfolg abzuwägen.

Dieser hingegen analysiert den Bewerber, um zu erfahren ob derjenige charakterlich ins Team passt und um den Wahrheitsgehalt seiner Bewerbung zu überprüfen.

 

Für den Chef der Firma ist es nur dienlich, wenn das neue Teammitglied die Anforderungen der Firma erfüllt.

  • Ist derjenige ein Teamplayer oder Einzelkämpfer ?
  • Wie belastbar ist er, vor allem in stressigen Situationen ?
  • Wie sieht es mit Ehrlichkeit, Loyalität und Geheimhaltung aus ?
  • kann derjenige ein Team führen, ist organisiert oder ist er eher schüchtern und kaum in der Lage Entscheidungen zu treffen ?

Anders herum kommt es so oft vor, dass wir in eine Richtung gedrängt werden, in der wir uns nach einer Weile nicht mehr wohl fühlen.

Auch hier passt das Beispiel der Jobsuche.

  • arbeite ich gern mit vielen Menschen oder lieber in einem kleinen Team 
  • bin ich belastbar genug um einen Job in der Gastronomie auszuführen oder bin ich eher künstlerisch aktiv
  • möchte ich mit Kindern arbeiten ? Bin ich da geduldig genug ?
  • Möchte ich anderen helfen ? Kann ich gut zuhören und mich selbst zurück nehmen ?
  • Wo liegt mein Talent ? Was für Stärken habe ich und welche kann ich ausbauen ?

All diese Punkte stehen Dir wörtlich ins Gesicht geschrieben. Das heißt nicht, dass nun jeder sieht wer und wie Du bist.

Aber es gibt Dir die Möglichkeit genauer hin zu sehen und Dich selbst so zu erfahren, wie Du wirklich bist. Ganz ohne Eindrücke, Empfindungen und Sichtweisen von anderen. So gut sie auch immer gemeint sein mögen.

Noch eine gute Nachricht

Gesichter verändern sich ein Leben lang.

Am leichtesten kann man dies natürlich bei heranwachsenden Kindern beobachten.

Aber auch bei Erwachsenen ist das Gesicht immer ein Spiegel von Emotionen, Eindrücken und Erfahrungen.

Wer das nicht glaubt, braucht sich nur mal Fotos aus den letzten zehn Jahren ansehen.

Fältchen erscheinen, Kiefer werden breiter, Nasenlöcher größer, Augen vielleicht schmaler.

Nicht jede Veränderung gefällt uns.

Aber wenn du weißt worauf Du achten musst, kannst Du Dein Leben leben, statt es nur geschehen zu lassen.