Gewachsen dank Pferd

Wie viele bei vielen kleinen Mädchen hat es mich schon früh zu Pferden gezogen.

In Berlin war das damals nicht so einfach.

Schon gar nicht als ich schon als Kind gemerkt habe, dass es nicht das Reiten ist, was mich so begeistert.

Oft genug stand ich weinend neben den riesigen Tieren und weigerte mich auf zu steigen.

Dafür mistete ich die Boxen, äppelte ab und half gerne zu putzen und vor zu bereiten.

Reiten an sich fand ich ok, musste ich aber nicht.

Da fehlt mir selbst heute noch der sportliche Ehrgeiz.

Natürlich nahm ich im Laufe meines Lebens viel Reitunterricht, holte mir selbst Trainer an die Seite- aber für mich persönlich ist Reiten nebensächlich geworden.

Damals war Bodenarbeit und Thema Pferdepsyche auch noch nicht so präsent wie heute.

Hattest Du Angst oder wolltest eher vom Boden aus arbeiten warst Du bei vielen Mitreitern unten durch.

Und der arme Reitlehrer wusste mit Dir auch nicht viel anzufangen.

 

 

Es war also ein ewiges auf und ab für mich in der Pferdewelt.

 

Dann geh ich halt

Irgendwann in der Jugend brach ich dann aus, packte meine Sachen und wollte eigentlich nur ein Praktikum an der Nordsee, in einem kleinen Reitstall machen.

Der Umgangston in den damaligen Berliner Ställen war mir oft zu hektisch.

Ab ans Meer schien mir eine gute Idee.

Aus geplanten 3 Monaten wurden dann mal eben 3 Jahre.

Das war für mich die beste Entscheidung die ich damals getroffen hatte.

Jeden Tag reiten wurde von mir nicht erwartet, ich kümmerte mich um den kleinen Betrieb, die Pferde, organisierte Reitstunden, gab kleinen Kindern die ersten Reitstunden und meine Lieblingsaufgabe :

Ich durfte mich dort mit jedem Pferd beschäftigen- vom Boden aus.

Endlich konnte ich Beobachten, ohne Druck, Charaktere kennen lernen und irgendwann half man mir dann auch die eher schwierigen Pferde über.

Ich erinnere mich noch an eine private Stute, Fara.

Fara war immer recht unnahbar, drohte viel und zu nah kommen durfte man ihr auch nicht unbedingt. Nach einem Jahr war ich dann die Urlaubsvertretung wenn Frauchen nicht da war.

 

Oder Capo- ein Pferd das stark traumatisiert war und dem sich nur die Besitzerin des Hofes nähern durfte. Ihn zu füttern oder ab zu äppeln war der Horror, da er sofort im Angriffsmodus war- ohne vorab zu drohen.

Da brauchte es auch länger als 1 Jahr damit ich ihn zumindest füttern und mal den Paddock säubern durfte. Irgendwann erlaubte er mir sogar ihn zu holen und zu putzen.

 

Das alles zeigte mir sehr deutlich, dass wir Menschen in vielen Dingen oft zu schnell sind. 

Aber das Leben hat sein eigenes Tempo. Dinge brauchen Zeit um sich zu entwickeln und festigen zu können. All das Vertrauen was mir die Pferde entgegen brachten, geschah nicht durchs Reiten, sondern durch Beobachten, verstehen wollen und viel Geduld und Zeit.

Wie kam es nun zum Analysieren ?

Nachdem ich zurück kam, wirkte es für mich in Berlin als wäre die Zeit stehen geblieben.

Der Ausbildungsmarkt war überfüllt von Bewerbern und die Anforderungen waren hoch, was Reitabzeichen und Turniererfahrung betraf.

Ich fand schließlich einen kleinen Kinderbauernhof. Dort war alles entspannter. Ich wurde gefördert, machte meine ersten Lehrgänge und Abzeichen und hatte genug Freiraum mich nebenher fort zu bilden.

Mir ist im Laufe der Zeit immer bewusster geworden, dass mein Interesse mehr der Psyche von Pferd und Reiter gilt. Das Zusammenspiel von beiden. Wege zu finden um zu verstehen und zu helfen.

Aus reinem Interesse verfolgte ich schon früh die Arbeit von Paul Ekman, Linda Tellington Jones, Peter Kreinberg und Klaus Ferdinand Hempfling. Ich wollte unbedingt mehr über Gesichter, Mimik und Körpersprache und ihre Wirkung lernen.

Bei Peter Kreinberg machte ich dann auch schon die Ausbildung zum Trainer Bodenschule nach TGT. Mich faszinierte es, wie entspannt er selbst war, seine Körpersprache unter Kontrolle hielt und gezielt einsetzte- ohne großen Aufwand.

Irgendwann stieß ich auf einen Infoabend zum Thema Gesichter lesen und ab da war mir ganz klar, dass ich eher in die Beobachtungsschiene gehöre.

Mir wurde bewusst, dass ich eigentlich mein ganzen Leben in beruflichen und privaten Kreisen ständig beobachtet und analysiert habe, um an Hand der gesammelten Informationen dann Entscheidungen zu fällen, in Aktion zu treten oder auch Freundeskreise zu wählen.

 

In der Ausbildung zum Gesichter lesen erfuhr ich vieles über mich selbst und mir fällt es heute weit einfacher, Dinge zu hinterfragen, gezielt innere Konflikte zu regeln und mehr und mehr im Gleichgewicht zu leben. Ich blicke regelmäßig in den Spiegel- nicht um Make Up zu überprüfen, sondern um zu sehen was sich verändert, wo ich mich grad mit welchen Themen unbewusst auseinander setze.

Beobachten und analysieren erfüllt mich.

 

Der Weg das Ziel

Ich hab mich damals ziemlich fix nach der Lehre selbstständig gemacht.

Etwas zu früh aus heutiger Sicht, aber generell würde ich einen ähnlichen Weg gehen.

Die Anfangszeit war jedoch alles andere als einfach.

Ich wusste nur : Ich will mit Pferden und Menschen arbeiten, helfen, Trainer sein.

 

Aber erst seit der Ausbildung zum Gesichter lesen fand ich eine klare Positionierung.

Ich bekam vor Jahren das Buch von Linda Tellington Jones in die Hände, in dem sie sich mit dem Lesen von Pferdegesichtern beschäftigt. Ich glaub ich habe es schon 5 mal durchgelesen und es liegt immer griffbereit.

Für mich war seid der Zeit nun ganz plötzlich klar: Das ist mein Weg, mein Ziel.

 

Ich bin Analyst für Pferd und Reiter.

Ein Profiler der Beobachtet, analysiert, Informationen sammelt und daraus ein gegenwärtiges Profil erstellt, um dann Hilfestellung zu geben.

Referenzen

  • April   2019              Certified Trainer of Luxo me/ Face Reading/ Physiognomie
  • Mai    2018               Master of Luxo me /FaceReading
  • Aug   2017               Trainerin für Bodenarbeit nach der Kreinberg /TGT    
  • Sep   2014               Hypnose Master Ausbildung
  • Aug   2013               NLP-Practitioner für angewandte Kommunikationstechniken und                                      Veränderungsmodelle
  • März 2009               Longierabzeichen (FN)
  •          2004               intensive, gezielte Arbeit mit Pferden und Menschen